Funktion und Gestaltung der Ironie

Hermann Hesse bringt durch verschiedene Mittel Ironie in sein Buch. Diese Mittel zu finden und zu beschreiben ist die letzte Aufgabe. Mit diesem Eintrag endet dann auch meine „Blog-Arbeit“ zum Thema „Hermann Hesse – Unterm Rad“.

Eines dieser Mittel ist es eine große Anzahl ziemlich gegensätzlicher Personen in ein Zimmer, die Stube „Hellas“ zu setzten. Da wäre Emil Lucius. Ein Sohn reicher Eltern, aber der sparsamste im ganzen Kloster. Lucius beteiligt sich nicht an den Spielen der anderen und nutzt jede Gelegenheit zum lernen. Dann Otto Hartner, dessen Vater Professor ist. Auch Karl Hamel ist in Hellas untergebracht. Sein Vater ist Dorfschulze, also ein Gerichtsbeamter. Eine wichtige Person für den Verlauf des Buches, ist Hermann Heilner, der überhaupt nicht zu den andern passt. Heilner genießt das Leben und betreibt die Schule als notwendiges übel, dem er nicht viel bis gar keinen Respekt zollt. Zunächst gar nicht erwähnt wird auch Karl Hindinger eine kurze, aber extreme Rolle zugedacht; er stirbt. Abgesehen Otto Wenger, der als Schlägertyp auftritt wird außer Hans aus der Stube Hellas niemand erwähnt. Die anderen werden als „Durchschnitt“ bezeichnet.

Eine weitere Methode von Hesse ist, dass er die Gegensätze, die in dem Buch auftauchen bis zum letzten kleinlich ausformuliert. Dabei sei besonders die Freundschaft zwischen Hans Giebenrath und Hermann Heilner genannt. Heilner ist ein Rebell, der sich nicht durch Maulbronn brandmarken lassen will, seine Arbeit für die Schule auf das nötigste beschränkt und dafür lieber dichtet oder auf der Violine spielt. Hans dagegen ist ein fleißiger Schüler, der den Primus, der Beste zu sein, anstrebt. Hans war es vor der Freundschaft mit Heilner niemals in Betracht gekommen eine Aufgabe nicht zu erledigen, oder einfach mal so Sparzieren zu gehen. Heilner und Giebenrath sind so unterschiedlich wie es nur geht.

Auch versteckt sich Ironie in Hesses Verwendung von Bildern und deren Beschreibung. Mit der Beschreibung von z.B. Emil Lucius als „Geizkragen“ und „Egoist“ wird auch gleichzeitig das Bild vom „stillen Kauz“ erwähnt.

Die Beschreibungen der Personen erfolgt meist aus der dritten Peron und lässt diese selten selbst über sich reden. Neben dieser distanzierten Anschauung fällt auch auf, dass Hesse häufig darüber berichtet, dass „man“ etwas macht. Die Wirkung auf den Leser ist, dass dieser beginnt sich Bilder von den Personen zu machen. Besonders das Bild vom Mitläufer in den Gruppen kehrt dabei immer wieder.

7.6.08 21:50

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