Haiti helfen?

Warum muss eigentlich immer was passieren, um den Leuten klar zu machen was Sache ist? Vor dem Erdbeben hat ein Großteil der Menschen nicht einmal die Existenz Haitis sonderlich beachtet, jetzt ist der Karibikstaat zu einem Dauerthema in den Medien geworden. Vor allem die Hilfe für die Überlebenden wirbt um Geld. Soweit ganz normal, sobald etwas passiert, was möglichst schlecht ist gehen die die Medien nach dem Motto „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“, denn sie verkaufen sich besser vor. Generell ist helfen nicht schlecht; für zum Teil wenig Geld bekommt man die Gewissheit eine gute Tat begangen zu haben. Hierbei ist darauf zu achten, nicht auf irgendwelche Abzocker reinzufallen, die gerne mit besonders Emotionalen Bildern, wie zum Beispiel schreiende Kinder, den guten Glauben der Menschen ausnutzen, der Grund warum ein Spendensiegel eingeführt werden musste.

Doch warum konnte das Erdbeben so erschreckende Schäden anrichten? Das Haiti genau an der Kante der Karibischen und der Nordamerikanischen Platte liegt ist kein Geheimnis, man hätte sich also darauf vorbereiten können. Als „Armenhaus Amerikas“ hat Haiti allerdings nicht die finanziellen Mittel um in Erdbebenschutz zu investieren, schließlich wurden Haiti erst 2009 1.200.000.000 $ (1,2 Millareden US-Dollar) Auslandsschulden erlassen, ein Betrag der Mitte 2009 einen Wert 848.160.000 €, also knapp 850 Millionen €, hatte. Wenn man bedenkt, dass Haiti mal eine reiche Kolonie Frankreichs war und der Abstieg damit begann, dass Haiti sich von Frankreich frei kaufen musste. Der überhöhte Betrag, den Haiti über lange Zeit zahlen musste, ruinierte das Land vollkommen. Die Bundesrepublik Deutschland verhängte sogar ein Totalembargo, den kompletten Handelsverbot auch bereits unterzeichneter Verträge, gegen Haiti.

Ein Sprichwort sagt „der Teufel scheißt auch immer auf den größten Haufen“. Haiti geht es so schon schlecht genug, das Erdbeben hat das Bewusstsein der Welt auf Haiti gelenkt, doch wo wird de Hilfe enden? Wenn alle verwundeten versorgt sind? Wenn alles wieder wie vor dem Erdbeben ist? Oder wird man die Hilfe auch nach dem Wiederaufbau weiter gehen? Wird sie dann richtig verwendet werden?

In unserem Geschichtsbuch steht ein sehr interessantes Zitat:

„So wenig Christoph Kolumbus im 16. Jahrhundert den Indianern Gutes brachte, so wenig tut es die Entwicklungshilfe heute.“ (Mythen der Neuen Welt. Zur Entdeckungsgeschichte Lateinamerikas, Berlin 1982)

Die entwickelten Länder sollten sich mal überlegen, was sie tun könnten, damit dass Geld aus der Entwicklungshilfe auch im Entwicklungsland zur Entwicklung verwendet wird…

19.1.10 15:08

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