Bomben auf Mainz

Letzten Samstag vor 65 Jahren, am 27. Februar 1945, war der letzten Bombardierung von Mainz gedacht worden. Ein trauriges Ereignis. Mainz war von 1940 an mehrere Male von der Royal Air Force bombardiert worden, besonders heftig 1942 und 1945. Das ZDF hatte dazu auf dem Info-Kanal eine kurze Dokumentation gesendet („Das Inferno von Mainz“ ). Darin erklärt ein Historiker die britischen Gründe für die Bombardierung kurz vor Kriegsende vieler, inzwischen wehrloser, deutscher Zivilstädte. Richtig ist, dass die deutsche Luftwaffe mit ihrem Angriff auf Wieluń, der Angriff auf die polnische Stadt war die wohl erste Aktion des Polenfeldzugs, bei der es sich nach den Aussagen der Wehrmacht nach um den Angriff auf eine Kavalleriedivision (die sich nicht mehr im Ort befand), nach späteren Vermutung um einen Test von Brand- und Sprengbomben gehandelt hat – das die Stadt in der Stoßrichtung der Schwerpunktarmee Richtung Warschau lag spricht allerdings für die Aussage der Wehrmacht – und Rotterdam, der Angriff war als Drohgebärde gedacht, die ihre Wirkung nicht verfehlte, die Leuchtpatrone, mit denen den Piloten das abdrehen signalisiert werden sollte wurden allerdings nur von der Hälfte der Bomber war genommen und die Bombardierung fand statt, der britischen Seite Gründe für Zivilbombardierung geliefert hatten. Die britischen Angriffe auf zivile Städte war die Idee des „Moral Bombing“ die Winston Churchill bereits 1925, lange bevor das Deutsche Reich braun wurde, entwickelt hatte. Hier nutzte er es um Hitler zu reizen, mit Erfolg. Die Bomber, die zur Vorbereitung von Operation Seelöwe die britischen Inseln sturmreif bomben sollten wurden nun zum Flächeneinsatz gegen London herangezogen. Hier hätte Churchill erkennen können, dass das „Moral Bombing“ nicht funktioniert. So wie sich London nicht zermürben ließ so auch die deutschen Städte nicht. Nach dem die Luftwaffe sich übe England abgekämpft hatte begann die RAF mit ihren Vernichtungsbombardierungen gegen deutsche Städte, mit dem Ziel das Reich Kriegsmüde zu bomben. Nur: Wenn jemand sein Haus weggebombt bekommt, steigt aus dem Luftschutzkeller und wird von einer NSDAP-Gulaschkanone empfangen, bekommt was zu Essen und eine neue Wohnung zugewiesen, dann ist er nicht sauer auf seine braune Regierung sondern auf den britischen Bomber. Was auch ganz vergessen wird: Egal, wer eine zivile Stadt bombardieren lässt begeht vorsätzlich ein Kriegsverbrechen, egal ob er Hitler oder Churchill heißt.

Einer der Gründe warum nach dem zweiten Weltkrieg in Nürnberg kein Wort über die Luftangriffe auf London fiel war die Angst der Briten sich an der eigenen Nase packen zu müssen…

2.3.10 16:52

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